Zinsprognose Schweiz: Mehr Inflation, aber keine Zinssorgen
Die Schweizerische Nationalbank liefert auch im Juni 2026 genau das, was Wirtschaft, Finanzmärkte und Hypothekarschuldner derzeit erwarten: keine Überraschung. Der Leitzins bleibt unverändert bei 0 Prozent. Trotz eines Anstiegs der Inflation sehen wir weiterhin keine Anzeichen für eine bevorstehende Straffung der Geldpolitik. Unser Basisszenario bleibt deshalb unverändert: Der SNB-Leitzins dürfte im gesamten Jahr 2026 bei 0 Prozent verharren.
22. Juni 2026

Während der SNB-Leitzins unverändert bei 0 Prozent verharrt, sind die Zinsen für drei, fünf und zehn Jahre in den letzten Monaten leicht angestiegen. (Daten: Bloomberg/Grafik: HLB Asset Management)
Mit ihrer jüngsten geldpolitischen Lagebeurteilung bestätigt die Schweizerische Nationalbank (SNB) ihren Kurs der ruhigen Hand. Zwar ist die Inflation seit der letzten Beurteilung im vergangenen März angestiegen, doch die Ursache liegt aus Sicht der Nationalbank fast ausschliesslich bei den höheren Energiepreisen infolge der geopolitischen Spannungen im Nahen Osten. Der mittelfristige Inflationsdruck hat sich dagegen kaum verändert.
Entsprechend sieht die SNB keinen Anlass für eine Anpassung ihrer Geldpolitik. Die Sichtguthaben der Banken werden weiterhin bis zu einer bestimmten Limite zum Leitzins von 0 Prozent verzinst. Oberhalb der Limite kommt ein Negativzins (Gebühr) von 0,25 Prozent für Sichteinlagen der Geschäftsbanken bei der SNB zum Tragen. Gleichzeitig unterstreicht die Nationalbank erneut ihre erhöhte Bereitschaft, bei Bedarf am Devisenmarkt zu intervenieren. Die Botschaft ist klar: Eine übermässige Aufwertung des Schweizer Frankens bleibt aus Sicht der SNB derzeit ein grösseres Risiko als ein vorübergehender Anstieg der Inflation.
Inflation steigt – die Ursachen bleiben jedoch temporär
Die Inflation erhöhte sich seit Februar 2026 von 0,1 Prozent auf 0,6 Prozent. Hauptverantwortlich dafür waren die gestiegenen Preise für Erdölprodukte. Andere Güter- und Dienstleistungskategorien leisteten gemäss SNB nur einen geringen Beitrag zum Teuerungsanstieg.
Entscheidend ist jedoch der Blick auf die nächsten Jahre. Die bedingte Inflationsprognose wurde zwar leicht angehoben, bleibt aber über den gesamten Prognosezeitraum klar im Bereich der Preisstabilität. Die SNB erwartet durchschnittliche Inflationsraten von lediglich 0,6 Prozent für 2026, 0,6 Prozent für 2027 und 0,7 Prozent für 2028. Bemerkenswert ist dabei, dass diese Prognose weiterhin auf einem konstanten Leitzins von 0 Prozent basiert. Mit anderen Worten: Selbst ohne Zinserhöhungen erwartet die Nationalbank keine problematische Inflationsentwicklung.
Schweizer Wirtschaft wächst weiter – aber nur verhalten
Auf der Konjunkturseite gibt es derzeit ebenfalls wenig Argumente für Zinserhöhungen. Das Bruttoinlandprodukt entwickelte sich im ersten Quartal 2026 solide und verschiedene Frühindikatoren haben sich zuletzt stabilisiert. Ein genauerer Blick auf die Details der verschiedenen Zeitreihen zeichnet jedoch ein weniger dynamisches Bild. Die Wachstumsimpulse bleiben begrenzt, die Arbeitslosigkeit steigt leicht an und die Unsicherheit im Zusammenhang mit dem Nahostkonflikt sowie der internationalen Handelspolitik sorgen für einen erhöhten Ruhepuls.
Vor diesem Hintergrund erwartet die SNB für die Schweiz unverändert ein Wachstum von rund 1 Prozent im Jahr 2026 und rund 1,5 Prozent im Jahr 2027. Das reicht aus, um eine Rezession zu vermeiden, bleibt jedoch weiterhin unter dem langfristigen Wachstumspotenzial der Schweizer Wirtschaft.
Risiken bleiben asymmetrisch verteilt
Die aktuelle Situation bleibt von gegenläufigen Kräften geprägt. Auf der einen Seite stehen höhere Energiepreise und ein dadurch temporär erhöhter Inflationsdruck. Auf der anderen Seite wirken der starke Franken, die schwächere Weltwirtschaft und die gedämpfte Industriekonjunktur weiterhin bremsend auf Preise und Wachstum.
Fazit: Keine Bewegung bei Zinsen – Hypotheken bleiben stabil – Zinskurve funktioniert
Unter dem Strich bestätigt die heutige Lagebeurteilung das Bild der vergangenen Quartale. Die Inflation bleibt tief, das Wachstum verläuft verhalten und der Franken bleibt stark. Entsprechend gehen wir weiterhin davon aus, dass der SNB-Leitzins mindestens bis Ende 2026 unverändert bei 0 Prozent bleibt.
Für Hypothekarnehmer bleibt die Ausgangslage somit erfreulich unspektakulär. Die aktuelle Inflationsprognose liefert aus unserer Sicht keine Grundlage für einen nennenswerten Anstieg der Hypothekarzinsen.
Sollte sich die Weltwirtschaft stärker abschwächen oder der Aufwertungsdruck auf den Franken erneut deutlich zunehmen, dürfte die Diskussion um zusätzliche geldpolitische Lockerungen rascher zurückkehren als jene über Zinserhöhungen. Auch nach dem SNB-Zinsentscheid vom 18. Juni 2026 erscheint uns dieses Risiko weiterhin grösser als die Gefahr steigender Leitzinsen.
Aktuelle Zinsprognose HBL Asset Management
per 18. Juni 2026 (SARON = Swiss Average Rate Overnight)
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Aktuell (26.03.2026) |
In 3 Monaten |
In 6 Monaten |
In 12 Monaten |
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SNB-Leitzins |
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0.00% |
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SARON Swap 3 Jahre |
0.17% |
0.15% |
0.17% |
0.20% |
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SARON Swap 5 Jahre |
0.29% |
0.25% |
0.30% |
0.40% |
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SARON Swap 10 Jahre |
0.56% |
0.50% |
0.60% |
0.70% |